Dokumentarfilm "FASSADEN" macht häusliche Gewalt gegen Frauen sichtbar

Häusliche Gewalt gegen Frauen ist alltäglich – und bleibt dennoch oft unsichtbar. Der Dokumentarfilm FASSADEN der Filmemacherin Alina Cyranek bricht dieses Schweigen und rückt die Erfahrungen betroffener Frauen in den Mittelpunkt.
Der Film erzählt – gesprochen von der Schauspielerin Sandra Hüller – die Geschichte einer Frau, die sich aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung löst. Gleichzeitig zeigt FASSADEN, wie politische und gesellschaftliche Strukturen Gewalt begünstigen, verharmlosen oder übersehen. Die Erzählung basiert auf vier realen Erfahrungsberichten von Frauen; alle geschilderten Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen. Um die Betroffenen zu schützen, wurden ihre Geschichten zu einer gemeinsamen Biografie verdichtet.
In einer besonderen filmischen Form verbindet FASSADEN dokumentarische Interviews mit Expert_innen aus Praxis und Wissenschaft mit künstlerischen Elementen: Ein Tanzpaar übersetzt Dynamiken von Nähe, Macht und Kontrolle körperlich und poetisch.
Der Film zeigt eindrücklich, dass häusliche Gewalt sich schleichend entwickelt – und dass der Ausstieg aus dem Gewaltkreislauf für Betroffene mit großen Hürden verbunden ist. Fragen wie „Warum geht sie nicht?“ werden als Teil eines Systems entlarvt, das Verantwortung individualisiert, statt Schutz zu gewährleisten.
FASSADEN ist kein leicht konsumierbarer Film. Er fordert die Zuschauenden heraus, genau hinzusehen und eigene Haltungen zu hinterfragen. Gerade darin liegt seine Stärke: Er macht sichtbar, was oft verborgen bleibt – und stärkt das Bewusstsein dafür, dass die Bekämpfung häuslicher Gewalt in gesamtgesellschaftlicher und politischer Verantwortung liegt.

Der Film FASSADEN ist u.a. am 17. Februar um 17:30 Uhr im Kamino Reutlingen zu sehen.