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von häuslicher Gewalt


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Auf der individuellen Ebene ist gewalttätiges Verhalten oft auch Ausdruck von Fehlentwicklungen und traumatischen Erfahrungen in der Kindheit.
Miterlebte Gewalt zwischen den Eltern erschwert Mädchen und Jungen
die Entwicklung einer eigenen Identität.
Es fehlen positive Rollenbilder zum Frausein und Mannsein. Viele Mädchen orientieren sich deshalb eher an traditionellen Rollenbildern. Weiblichkeit wird verbunden mit Attributen wie Sanftmut, Anpassungsbereitschaft, Selbstlosigkeit, Abhängigkeit, Mütterlichkeit, Empfindsamkeit und Verständnis.
Männliche Jugendliche orientieren sich an Rollenbildern vom Mannsein mit
den Attributen Kraft, Durchsetzungsvermögen, Härte, Aggressivität und Überlegenheit.
Retrospektive Untersuchungen zeigen, dass Jungen und Mädchen,
die in ihrer Kindheit Gewalt zwischen den Eltern erlebt haben oder selbst
misshandelt wurden, in ihren späteren Partnerschaften selbst Gewalt ausüben
oder Gewalt erdulden.

Die erste bundesdeutsche Repräsentativuntersuchung zu Gewalt gegen Frauen
von 2004 belegt:
Rund 25% der in Deutschland lebenden Frauen haben Formen körperlicher
oder sexueller Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt.
Fast jede 7. Frau gab an, seit dem 16. Lebensjahr Formen von sexueller Gewalt erlebt zu haben, die sich auf strafrechtlich relevante Formen sexueller Nötigung unter Anwendung von körperlichem Zwang oder Drohungen bezogen.
42% der befragten Frauen gaben an, Formen von psychischer Gewalt erlebt
zu haben, die von Eingeschüchtert-Werden oder aggressivem Anschreien
über Verleumdungen, Drohungen und Demütigungen bis hin zu Psychoterror
reichten.
Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Gewalt gegen Frauen inzwischen
als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit.

Häusliche Gewalt

Körperliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen wird überwiegend durch
Beziehungspartner und meist im häuslichen Bereich verübt.
Häusliche Gewalt ist schwerwiegender als die Gewalt in anderen
Lebensbereichen, denn sie geschieht regelmäßig und es gibt häufig
Verletzungsfolgen.
Phasen von Trennung und Scheidung sind für Frauen besonders gefährlich,
denn in dieser Zeit kommt es häufig zu Gewalt oder die Gewalt nimmt an
Häufigkeit und Intensität zu.

Rund 20.000 Frauen suchen in Deutschland jährlich Zuflucht in einem
Frauenhaus.
Sie haben viele Formen häuslicher Gewalt erlitten:
Sie wurden ins Gesicht und auf den Körper geschlagen, mit Fäusten
verprügelt, mit Händen gewürgt und mit Waffen bedroht.
Sie wurden zum Geschlechtsverkehr gezwungen und gequält.
Die körperliche Gewalt ging einher mit vielen Formen psychischer Gewalt.
Sie wurden beleidigt, schikaniert und auf Schritt und Tritt kontrolliert,
sie wurden als Schlampe und Hure beschimpft und gedemütigt.
Ihre körperliche und seelische Integrität wurde verletzt.

Das Erleben gewalttätiger Übergriffe hat auf das Leben vieler Frauen
gravierende Auswirkungen. Gefühle von Angst, Schmerz und Hilflosigkeit,
von Scham und von maßloser Enttäuschung und Wut, von Sinnlosigkeit
und Verzweiflung bestimmen ihr Lebensgefühl.
Körperliche Gewalt verursacht auch psychische Folgebeschwerden.
Gewaltbetroffene Frauen leiden unter Selbstzweifeln und vermindertem
Selbstwertgefühl, unter Angstzuständen, Panikattacken und
Schlafstörungen, unter Ess-Störungen und Depressionen.
Viele Frauen schaffen es lange Zeit nicht, den gewalttätigen Partner
zu verlassen. Sie beschreiben ihr Leben mit dem gewalttätigen Partner
als einen Kreislauf, in dem sich die gewalttätigen Ausbrüche abwechselten
mit Phasen der Zuwendung und Ruhe.

Die Psychologin Leonore E. Walker entwickelte eine Theorie des
Gewaltkreislaufs. Demnach versuchen Frauen, wenn sie mit ersten
verbalen Attacken des Partners konfrontiert sind und sich kleinere
gewalttätige Zwischenfälle ereignen, die Gewalt zu verharmlosen und
den Mann mit Fürsorglichkeit zu besänftigen, in dem sie ihre eigenen
Gefühle der Enttäuschung und Angst unterdrücken.
Während dem folgenden offenen Gewaltausbruch fühlen sich die Frauen
völlig ausgeliefert. Sie erleben Verzweiflung und Todesangst, weil es
ihnen nicht gelungen ist, die Gewalt durch eigenes Verhalten zu verhindern
oder wenigstens zu reduzieren.
Nach dem Gewaltausbruch versuchen die Frauen, die erlittene Gewalt
zu vertuschen, in der Hoffnung, auf diese Weise den Partner nicht zu
weiteren Übergriffen zu provozieren. In dieser Phase zeigen die Täter
oft ein reuevolles Verhalten, bitten die Partnerin um Verzeihung und
versprechen, dass es nie wieder vorkommen wird. Dies führt bei den Frauen
dazu, dass sie ihre Distanz aufgeben und dadurch die Möglichkeit verlieren,
die eigene Situation realistisch einzuschätzen und Hilfe zu suchen.
Das anschließende liebevoll umwerbende Verhalten des Mannes trägt
zur Verleugnung der Gewalt bei. Die Frauen schöpfen Hoffnung, nehmen
die Strafanzeige oder den Scheidungsantrag zurück und versuchen,
ein harmonisches Familienleben zu gestalten, in dem es keine Konflikte gibt,
was zu neuem Spannungsaufbau führt.
Frauen, die diesen Kreislauf mehrmals durchlaufen, spüren, dass sie für
dieses idealisierte Familienbild die Gewalt ihres Partners verleugnen
und ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder aufgeben. Dies trägt zu
ihrer Beschämung und Selbstabwertung bei. 
Viele von Gewalt betroffene Frauen fühlen sich hilflos und allein gelassen.
Die Scham über das, was ihnen angetan wurde, der Wunsch, den Kindern
den Vater zu erhalten und die Angst vor weiterer Gewalt hindern Frauen
oft daran, sich Hilfe zu suchen.
Doch es gibt Wege aus der Gewalt.

Wo finden Sie Hilfe bei häuslicher Gewalt

Frauenhäuser
Wenn Sie in Ihrer Wohnung nicht mehr sicher sind vor körperlicher
und/oder psychischer Gewalt, können Sie in einem Frauenhaus
mit Ihren Kindern Schutz, Unterkunft und Hilfe finden.
Siehe auch FRAUENHAUS

Frauenberatungsstellen
Die Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen beraten Sie
umfassend, vertraulich und kostenlos bei der Klärung Ihrer
Fragen und der Entscheidung über die weiteren Schritte zur
Beendigung von Gewalt.
Siehe auch BERATUNGSSTELLE

Das Platzverweisverfahren
Wenn Sie unmittelbar Gewalt erfahren haben oder in unmittelbarer
Gefahr sind vor einem gewalttätigen Übergriff Ihres Partners,
können Sie über den Notruf 110 die Polizei rufen, die den
gewalttätigen Partner mit einem Platzverweis dazu verpflichtet,
die gemeinsame Wohnung zu verlassen und sich für einen
bestimmten Zeitraum von der Wohnung fern zu halten.

Auszug aus dem Faltblatt über den Platzverweis von Landkreis
und Stadt Reutlingen:

Fast täglich wird die Polizei in Stadt und Landkreis Reutlingen
mit häuslicher Gewalt konfrontiert. In vielen Fällen ist eine
Streitschlichtung möglich. Besteht weiterhin die Gefahr von
körperlicher oder psychischer Gewaltanwendung, wird der
Gewalttäter zeitlich befristet aus der Wohnung verwiesen.
Die Tatperson erhält einen Platzverweis.
Die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden werden von
der Polizei über den Platzverweis informiert.
Nachdem die Polizei bis zum nächsten Werktag einen
Platzverweis ausgesprochen hat, entscheidet das zuständige
Amt für öffentliche Ordnung / die Ordnungsämter über dessen
Aufrechterhaltung und Dauer. Der Platzverweis wird in der Regel
für zwei Wochen ausgesprochen.
In dieser Zeit darf die Tatperson die Wohnung und die anderen
festgelegten Bereiche nicht betreten.
Die Erstberatungsstellen im Platzverweisverfahren nehmen
nach dem Platzverweis mit den Betroffenen Kontakt auf.
Sie bieten sowohl dem Opfer als auch der Tatperson Gespräche
zur Bearbeitung der aktuellen Krisensituation und Klärung
weiterer Lebensperspektiven.

Das Gewaltschutzgesetz
Seit dem 01.01.2002 ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft.
Mit diesem Gesetz werden die Rechte und Schutzmöglichkeiten
der Opfer häuslicher Gewalt gestärkt und die Täter zur Verantwortung
gezogen.
Gerichtliche Schutzanordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz sind

Von Gewalt betroffene Frauen können zivilrechtliche Schutzmaßnahmen
nach dem Gewaltschutzgesetz direkt bei den Rechtsantragsstellen der
zuständigen Amtsgerichte beantragen. Selbstverständlich können Anträge
nach dem Gewaltschutzgesetz auch über eine Rechtsanwältin/einen
Rechtsanwalt gestellt werden.

Amtsgericht Reutlingen
Gartenstraße 40
72764 Reutlingen
Tel. 07121 – 940 0

Amtsgericht Münsingen
Schloßhof 3
72525 Münsingen
Telefon 07381 – 180 583

Amtsgericht Bad Urach
Beim Schloß 1
72574 Bad Urach
Telefon 07125 – 158 417